Sony E 55-210mm f/4.5-6.3 OSS Review

Eine Teleobjektiv ist meistens groß und schwer. Das kleine Sony E 55-210 ist durchaus handlich und leicht. Aber kann es auch vernünftige Bilder liefern? Ich habe das Objektiv ein paar Tage ausprobiert.

Mir fehlte im Urlaub ein Teleobjektiv und ein Freund war so nett mir das Sony E 55-210 zu leihen. Das Consumer-Tele von Sony für APS-C Mirrorless-Kameras bekommt man im Laden schon für 279 Euro. Es handelt sich um ein APS-C-Objektiv, äquivalent zu 83-315mm f/6.3-9. Das Objektiv ist für ein Tele erstaunlich kompakt und leicht. Es ist 108mm lang, hat ein 49mm Filtergewinde und wiegt 345 Gramm. Besonders lichtstark ist das Objektiv nicht. Am kurzen Ende hat es f/4.5 und am langen Ende f/6.3. Die Naheinstellgrenze beträgt 1m.

Das Sony E 55-210 hat ein schlichtes aber funktionales schwarzes Kunststoffgehäuse. Wie auch bei anderen Sony E/FE Objektiven gibt es keine Schalter und keine Entfernungsskala. Das hat auch damit zu tun, dass der Fokusring mechanisch entkoppelt ist und elektronisch angetrieben wird. Sony baut inzwischen bei neueren FE Objektiven immerhin einen Schalter ein um den Stabi (OSS) ein- und auszuschalten, aber bei diesem Objektiv muss man das im Menü machen, wenn es nötig ist. Das schlichte schwarze Layout das Objektivs sieht eigentlich ganz schick aus.

Nun habe ich dieses APS-C (“E”) Objektiv an einer Kleinbild (“FE”) Kamera benutzt. Das geht zwar gut, aber das Objektiv ist nicht für den großen Sensor konstruiert. Beim Sony E 55-210 gibt das nicht nur ein paar schwarze Ecken sondern fast die gesamte zusätzliche Bildfläche ist schwarz. Bei einer APS-C-Kamera wie z.B. Sony A6000 tritt das natürlich nicht auf. Ich habe also meine Bilder etwas gecroppt um die APS-C-Bildfläche zu nutzen. Hier mal ein ungecropptes Bild.

Wie hat sich das Objektiv geschlagen? Ganz gut! Es hat keine ausgeprägten Abbildungsfehler (nach elektronischer Korrektur) und die Schärfe geht in Ordnung. Das Bokeh ist für ein halbwegs dunkles Consumer-Zoom auch durchaus brauchbar. Natürlich kann die Bildqualität nicht mit einem Sony GM 70-200/2.8 mithalten, aber das war auch nicht Erwartungshaltung. Schließlich wiegt das 70-200 mehr als viermal so viel wie das 55-210 und kostet tatsächlich knapp zehnmal so viel. Auch wenn das Sony E 55-210 nur ein günstiges kleine Consumer-Tele ist, so merkt man doch die moderne optische Konstruktion. Die Bilder sind nicht weich/verwaschen und mit einem unruhigen Bokeh, wie das bei einigen vergleichbaren Vorgängerobjektiven der Fall war. Die Detailschärfe ist absolut brauchbar und das Objektiv liefert durchaus annehmbare Bilder.

Wer genauere technische Infos zur Bildqualität haben will, dem empfehle ich diese beiden Reviews:

  • PhotoZone: “performed better than expected… the results are generally decent”
  • DxoMark: “somewhat disappoint on the longer end… but in every other respect the performance is well balanced”

Außerdem hat man den enormen Vorteil, kaum etwas schleppen zu müssen. Dieses kleine Tele ist so handlich, dass es keinen Grund gibt das Objektiv zuhause zu lassen. Es passt locker in die Fototasche und ist nicht ein Klotz wie so manches größeres Tele. Damit hat man den Telebereich gut abgedeckt, was gerade auf Urlaubsreisen eine praktische Sache ist. Das Preis-Leistungsverhältnis vom Sony E 55-210 kann ich nur als gut bezeichnen. Wer allerdings richtig hohe Ansprüche an die Bildqualität hat, sollte zu einem hochwertigeren Objektiv greifen, aber dann auch bereit sein mehr zu schleppen.

Hier sind ein paar Bilder, die ich mit dem Objektiv aufgenommen habe.

15.02.2018

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