Benro Travel Angel Stativ

Was ist das beste Stativ? Das, was man dabei hat! So lautet eine Fotografenweisheit und daher sind kompakte Reisestative auch so beliebt. Das Benro Travel Angel habe ich nun schon lange Zeit. Hier ist die Vorstellung des Dreibeins.

Eigentlich ist ein Stativ das wichtigste fotografische Zubehör. In Zeiten von immer höheren ISO-Zahlen und Bildstabilisatoren scheint es aber etwas aus der Mode gekommen zu sein. Dabei sind viele Bilder gar nicht oder nur schlecht ohne ein Stativ möglich.

Früher hatte ich ein großes Alu-Stativ. Das war zwar sehr stabil, aber vor allem war es auch: schwer und sperrig. Daher habe ich mir das Benro Travel Angel zugelegt, denn dieses kleine Karbonstativ ist sehr leicht und kompakt.

  • Benro Travel Angel C069 mit Benro B-0 Kugelkopf
  • 3-Bein-Stativ aus Karbon mit 5 Segmenten (4 Auszüge)
  • Gewicht: 1.080 g
  • Packmaß: 33,5 cm
  • Höhe ohne Mittelsäule: 121,5 cm
  • Höhe mit Mittelsäule: 142 cm

Gerade mit dem enorm kleinen Packmaß ist das Travel Angel praktisch, es lässt sich damit sogar in der Schultertasche verstauen (siehe Foto ganz unten mit Retrospective 30). Es ist auch sehr leicht und aus Karbon mit 8 Schichten gefertigt.

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Die Drehverschlüsse mag ich, sie gefallen mir besser als Klemmverschlüsse. Vorausgesetzt, das Stativ hat verdrehsichere Beine. Dann kann man mit einer Handbewegung alle Verschlüsse lösen, das Bein ausziehen und mit einer halben Umdrehung die einzelnen Verschlüsse festziehen.

Das Stativ wird normalerweise mit dem kleineren Kugelkopf B-00 angeboten; von dem kann ich nur abraten. Dessen Kugel ist sehr klein und der Kopf hat keine Friktion. Der etwas größere B-0 ist deutlich besser. Neben der Friktion hat er auch eine Panoramaeinstellung.

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Die Höhe ist ausreichend. Die Stabilität gilt es etwas genauer zu betrachten. Während das oberste Segment noch einen Durchmesser von 22mm hat, ist das unterste Segment mit 9mm recht dünn. Benro gibt zwar eine Traglast von 8 kg an, allerdings ist fraglich wie weit das Sinn macht. Nach einigen Jahren Erfahrung mit dem Stativ kann ich sagen: es ist nicht geeignet für Spiegelreflexkameras mit Batteriegriff und für größere Teleobjektive.

Normalerweise verwende ich eine 6D mit 24-105 und das ist kein Problem mit dem Travel Angel. Wobei man bei starken Wind oder kritischen Belichtungszeiten nicht die Mittelsäule ausfahren und notfalls noch das unterste Segment einfahren sollte. Dann hat man deutlich mehr Stabilität. Übrigens kann man für bodennahes Arbeiten die Beine auch in einem flachen Winkel einrasten.

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Benro war quasi der ‘erste Chinese’, der eine Kopie des Gitzo Travelers auf den Markt gebracht hat. Inzwischen haben einige andere wie Sirui, Triopo usw. nachgezogen, erreichen aber nicht die Verarbeitungsqualität. Die Travel Angel Serie ist als Reisestativ durchaus zu empfehlen und hat ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Wer eine größere Kamera/Objektivkombination verwenden will, sollte aber beim Benro statt zur Serie 0 besser zur Serie 1 oder 2 greifen.

Dennoch mag ich das kleine Travel Angel sehr, denn so leicht und kompakt wie es ist, kann man es eben gut mitnehmen. Das Stativ war nun schon auf diversen Reisen dabei und hat immer gute Dienste geleistet.

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14.04.2013

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One comment

  • Ralef 29.05.2013   Reply →

    Hi Martin
    Danke für die Infos.
    Wie hoch ist denn das TravelAngel ohne Kopf, wenn nur 4 statt 5 Beinsegmente ausgezogen sind?
    Natürlich mit nicht ausgefahrener Mittelsäule.

    Das wäre dann ja deine Empfehlung für Stabilität.
    Könnte man dann nicht direkt zu einer Stativvariante greifen, die nur 4 Segmente hat?!

    Charmant ist natürlich das konkurenzlose Packmaß von nur 34cm. Wo bekommt an schon sowas.
    Gruss Ralf

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