Als ich mal in Rom die große Schreibmaschine besuchte

Rom, Hauptstadt Italiens, Sitz des Vatikans, ehemaliges Zentrum des Römischen Reiches. Als ich vor einigen Jahren einen Städtetrip in die “ewige Stadt” machte, besuchte ich auch die “große Schreibmaschine”.

Warum nach Rom fahren?

Rom ist eine der großen europäischen Metropolen und bietet Geschichte und Kultur von mehreren Jahrtausenden. Außerdem ist es die Hauptstadt des quirligen (und lauten) Italiens und des Dolce Vita. Was gibt es Schöneres als einen Sommertag unter den Platanen auf einem der sieben Hügel Roms zu verbringen?

Eigentlich ist ja mein Lateinlehrer schuld. Ich habe den Unterricht zwar gehasst, aber zwischendurch hat er es geschafft, etwas von der kulturellen Faszination des römischen Reiches rüberzubringen. Die Römer haben vor zweitausend Jahren Dinge geschafft, die erst viele Jahrhunderte später wieder erreicht oder übertroffen werden sollten. Das Forum Romanum war damals sozusagen des Zentrum der Welt. Das wollte ich mir also unbedingt mal anschauen.

Außerdem befindet sich in Rom noch der kleinste Staat der Welt: der Vatikan. Hier befindet sich nicht nur das Zentrum der katholischen Kirche, sondern in den vatikanischen Museen gibt es unzählige Kulturschätze aus unzähligen Ländern und Epochen zu sehen. Das muss man auch mal gesehen haben. Also führte mich einer meiner ersten fotografischen Städtetrips in die italienische Hauptstadt um dort ein paar Tage herumzulaufen und die Stadt fotografisch zu erkunden.

Wie bin ich gereist?

Die Reiseplanung war ziemlich einfach. Ich bin in Köln in den Flieger gestiegen und kaum drei Stunden später war ich in Rom-Fiumicino am Aeroporto Leonardo da Vinci. Mit dem Airport Shuttle kommt man dann relativ schnell in die Innenstadt. Mein Hotel war zentral gelegen und in der Stadt konnte ich mich hervorragend zu Fuß und mit der U-Bahn, der Metropolitana, bewegen.

Welche Fotoausrüstung hatte ich dabei?

Damals hatte ich eine Canon 400D und als Standardzoom das EF-S 17-85/4.0-5.6 (entspricht 28-135mm am KB). Außerdem hatte ich als Tele das EF 70-300/4.0-5.6 dabei sowie ein 50/1.4 USM. Das alles transportiere ich in einem Lowepro Slingshot, das ist ein kleiner Rucksack, den man auf einer Schulter trägt. Im Koffer hatte ich dann noch mein Benro A258 Alu-Stativ. Benutzt habe ich eigentlich nur das 17-85. Mit den anderen beiden Objektiven habe ich nicht mehr als 2-3 Fotos gemacht. Für die (HDR-) Fotos zur blauen Stunde habe ich das (relativ schwere) Stativ mitgeschleppt und hatte schon am zweiten Tag ziemliche Schulterschmerzen davon. Lektion gelernt: Weniger ist mehr, gerade auf Städtereisen.

Was war mit der Schreibmaschine?

Wo fängt man an mit der Besichtigung einer Stadt, wo es so viel zu sehen gibt? Ich fand es passend am Piazza del Popolo zu starten, denn dies war seit der Antike der Platz, an dem der Besucher Rom betrat, wenn er von Norden über die Via Flaminia oder die Via Cassina in die Stadt reiste. Hier starte ich also am ersten Tag und trat durch das Stadttor auf den berühmten Platz mit den beiden Kirchen. Kaum stand ich dort und blickte mit der Kamera in der Hand über die Via del Corso, gab es die erste Überraschung. Neun Flieger der Luftwaffe flogen in Ehrenformation über den Corso und sprühten dabei die italienischen Farben in die Luft. Was für eine Begrüßung! Es stellte sich heraus, dass es der Nationalfeiertag war, Festa della Repubblica, aber die Überraschung war geglückt.

Später am Tag bin ich dann zum Piazza Venezia gekommen. Hier befindet sich ein ziemlich großes Bauwerk, das Monumento a Vittorio Emanuele II, im Volksmund auch einfach “die große Schreibmaschine” genannt. Dieser monumentale Marmortempel steht praktisch direkt neben dem antiken Forum Romanum. Ich entdeckte dann an einer Seite, dass es einen Eingang und einen Fahrtstuhl gab, mit dem man auf das Dach gelangen konnte. Die Sonne stand schon sehr tief und ich nutze die Gelegenheit um zu diesem Aussichtspunkt zu kommen. Allerdings wunderte ich mich, ziemlich festlich begrüßt zu werden. Ich schritt über roten Teppich und oben angekommen reichte man mir ein Glas Sekt. Tatsächlich wurde die Aussichtsplattform auf dem Dach des Vittoriano genau an diesem Tag eröffnet! Das Glück war definitiv auf meiner Seite und ich genoss den fantastischen Ausblick über das Forum Romanum bis zum Kolosseum bei der einbrechenden Dunkelheit. So werde ich den Besuch der “großen Schreibmaschine” und den ganzen Städtetrip nach Rom immer in guter Erinnerung behalten.

27.05.2018

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