Sony A5100 Review

Seit letztem Jahr fotografiere ich mit Sony, mit der Sony A7RII um genau zu sein. Als Backup-Kamera und kleine handliche Ergänzung habe ich mir die Sony A5100 angeschafft. Nachdem ich die kleine Mirrorless-Kamera eine Zeit lang benutzt habe, sind hier meine Eindrücke.

Die Sony A5100 wurde im August 2014 vorgestellt. Sie ist eine handliche Mirrorless-Kamera mit APS-C-Sensor, die das Sony E-Bajonett benutzt. Die Baureihe gibt es schon ein paar Jahre, früher hießen die Kameras Sony NEX. Blicken wir kurz zurück ins Jahr 2011, damals waren APS-C-Mirrorless-Kameras gerade brandneu. Sony hatte das E-Bajonett und die NEX-Reihe gestartet; es gab eine NEX-3, NEX-5 und NEX-7. Die Sony NEX-5 fand ich damals schon so interessant, dass ich sie mir zugelegt hatte (hier mein Artikel dazu), war dann aber doch etwas enttäuscht davon, da die Kamera nicht ausgereift war und auch kaum passende Objektive vorhanden waren. Der Nachfolger der NEX-5 war die NEX-5N, darauf folgte die NEX-5R, deren Nachfolger war die NEX-5T, dann kam die A5000 auf den Markt und darauf folgte schließlich die A5100, die ich heute in den Händen halte.

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Was hat sich also zwischen der Sony NEX-5 und der Sony A5100 getan? Eine ganze Menge! Kurz gesagt, das Konzept ist das gleiche geblieben, aber die Technik ist deutlich gereift. Der Bildsensor (es ist der gleiche APS-C-Sensor wie in der beliebten A6000) ist inzwischen richtig gut. Er löst 24 Megapixel auf und bietet einen guten Dynamikumfang. Außerdem gibt es 179 Phasen-Autofokus-Punkte direkt auf dem Sensor, was der Kamera zu einem ziemlich guten Autofokus verhilft (wie auch in der A6000).

Das Kameragehäuse ist sehr kompakt. Tatsächlich ist es die kleinste APS-C-Kamera, die ich kenne. Sie ist genau so klein wie die Lumix GM-5, die aber nur einen MicroFT-Sensor hat. Dazu hat die Sony A5100 noch ein Klappdisplay, was sich um 180° bewegen lässt (sehr gut für Selfies) und eine Touch-Funktion hat. Außerdem ist noch ein kleiner Blitz (Leitzahl 4) eingebaut. Für die Stromversorgung dient ein Sony NP-FW50 Akku; das ist ganz praktisch, weil es der gleiche Akku wie in meiner Sony A7RII ist. Außerdem hat die Sony A5100 auch noch WLAN eingebaut, so kann man recht einfach eine Verbindung mit der Smartphone-App herstellen.

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Die Kamera hat keinen Sucher. Das ist schon fast ein No-Go-Kriterium. Allerdings ist die Kamera extrem kompakt und verfügt über ein gutes Klappdisplay. Dennoch ist es an sonnigen Tagen in manchen Situationen schwierig damit zu fotografieren. Ich fotografiere eher ungern mit der Kamera am ausgestreckten Arm vor dem Gesicht, daher nutze ich die A5100 am liebsten mit dem Display um 90° nach oben geklappt vor dem Bauch. In ähnlicher Weise kann man auch ungewohnte Perspektiven gut nutzen z.B. bodennahe Aufnahmen. Wer auf einen Sucher gar nicht verzichten kann, sollte zur A6000 greifen (die allerdings größer, schwerer, teurer ist und dessen Display weder 180° klappbar ist noch eine Touch-Funktion hat).

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Mit der Bedienung komme ich recht gut zurecht, obwohl die A5100 sehr klein ist und nur wenige Tasten hat. Im Wesentlichen bedient man die Kamera über den 4-Wege-Controller mit dem umlaufenden Drehrädchen an der Rückseite. Im A-Modus (den ich meistens benutze) hat man mit dem Drehrädchen Direktzugriff auf die Blende. Mit Controller-nach-unten und Drehrädchen stellt man die Belichtungskorrektur ein. Mit Controller-nach-rechts und Drehrädchen hat man Zufgriff auf die ISO-Werte (ich nutze meist die ISO-Automatik, die Grenzwerte kann man im Menü einstellen). Im M-Modus kann man mit Controller-nach-unten umschalten zwischen Direktzugriff auf Blende oder Belichtungszeit. Für die wenigen Tasten und den geringen Platz ist das meiner Meinung nach ein schlüssiges Bedienkonzept. Sonstige Einstellungen muss man im Menü vornehmen, wie z.B. Einstellung der Blitzbelichtungskorrektur oder Aktivieren der WLAN-Funktion.

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Es handelt sich also um eine kleine Mirrorless-Kamera mit guten APS-C-Sensor, die sich mit dem übersichtlichen Bedienkonzept und Selfie-Klappdisplay wohl auch an Einsteiger richtet. Dazu trägt natürlich auch der Preis bei. Zurzeit kostet die A5100 im Kit mit dem 16-50 Objektiv 475 Euro. Ich hatte im Dezember Glück und konnte das Kit für 345 Euro kaufen, was echt ein Schnäppchen war. Das Sony 16-50mm Pancake-Zoom passt hervorragend zur A5100; Kamera und Objektiv bilden eine tolle handliche Kombi. Der Zoom vom Objektiv lässt sich dann übrigens mit dem Zoom-Hebelchen am Auslöser steuern. Mehr zu dem Objektiv schreibe ich nächste Woche in einem separaten Artikel.

Ich fotografiere mit der Kamera nur und nehme keine Videos auf. Aber für die Leute, die an Video interessiert sind, möchte ich noch erwähnen, dass die A5100 auch ganz gute Videofunktionen bietet. Sie hat Peaking, Histogramm und Zebra, nimmt Full-HD XAVC-S mit 50Mbps in 60p auf und liefert einen HDMI-Output mit 8 Bit 4:2:2.

Fazit

Die Sony A5100 ist eine gelungene kleine Mirrorless-Kamera. Zusammen mit dem Sony 16-50 Pancake-Zoom gibt das eine sehr kompakte Kombi, die sogar in die Jackentasche passt ohne eine große Beule zu machen. Mir ist keine andere APS-C-Kamera mit Zoom-Objektiv bekannt, womit das klappt. Sensor und Autofokus sind hervorragend (wie bei der hochgelobten A6000), das Bedienkonzept geht in Ordnung und Features wie 180° Klappdisplay, eingebauter Blitz und WLAN machen Spaß. Es handelt sich nicht um eine Profikamera, das zeigt der fehlende Sucher und auch einen Blitzschuh gibt es nicht. Als handliche Kamera, die sich in die Jackentasche stecken lässt und mit der man auch mal ein Selfie machen kann, ist die A5100 aber sehr gut. Als Backup-Kamera oder als Alternative, wenn man die Fototasche nicht mitnehmen will, stellt die Kamera sicher ein interessantes und auch preisgünstiges Angebot dar.

P.S. DPReview ist der Meinung, die Sony A5100 ist derzeit die beste Kamera unter 500 Euro.

Links

Testbericht von Digitalkamera | Review von Tom’s Guide | Review von DPReview | Review von Imaging Ressource

Bildbeispiele

05.06.2016

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